Schleuderwaffen

Schleuderwaffen gehören zu den ältesten Waffen der Menschheit. Sie waren in ihrer Urform äußerst einfach herzustellen, extrem leicht und daher gut zu transportieren. Zudem musste die Munition nicht extra angefertigt werden sondern lag in Form von Steinen bereits auf dem Boden.

Reichweite von Schleuderwaffen
Die Reichweite war stark begrenzt, da die Waffe durch die pure Muskelkraft und das Geschick des Schleuderers betrieben wurde. Im Laufe der Epochen unterlief die Schleuder daher diversen Anpassungen. Das Prinzip blieb aber immer gleich. Lediglich die Muskelkraft wurde durch mechanische Energie ersetzt.

Entwicklung der Schleuderwaffen
So ließ der Gewaltherrschers Dionysios I. von Syrakus im 4. Jahrhundert v. Chr. daraus u.a. das Katapult ([Onager])und den [Ballisten] entwickeln. Aus dem ursprünglichen Katapult gingen später diverse Konstruktionen verschiedenster Steinwerfer hervor.
So wurde im frühem 12. Jahrhundert z. B. die Bricole entwickelt, ein Hebelgeschütz, bei dem die Wurfkraft durch den Zug von vielen Menschen hergestellt wurde. Dadurch konnte eine Reichweite von größeren Steinen (bis zu 30 kg) von bis zu 80 Meter erzielt werden.

Neue Errungenschaft
Im späten 12. bzw. frühen 13. Jahrhundert fand eine signifikante Weiterentwicklung der Schleuderwaffen statt. Im Gegensatz zur Bricole, bei dem ein Vorspannen nicht möglich war, wurde beim sogenannten Trébuchet bzw Tribock – auch Blide genannt – eine Auslösevorrichtung gebaut, die die eingesetzte Energie beim Spannen der Schleuder speichern und dann gezielt entfalten konnte. Auf diese Weise wurde die Genauigkeit der Geschosse und die Reichweite extrem verbessert. So konnten mit den bis zu 125 kg schweren Geschossen Reichweiten von bis zu 200 Meter erzielt werden. Allerdings war die Schussrate bei dieser Schleuderwaffe sehr gering. Lediglich zwei Geschosse konnten pro Stunde abgefeuert werden.

Den nächsten Schritt in der Entwicklung der Schleuderwaffen stellt das sogenannte Couillard da. Die Bauweise war kleiner und leichter, wodurch weniger Menschen zur Bedienung nötig waren, und wesentlich besser ausbalanciert. Hiermit waren Schussraten von bis zu 10 Geschossen von bis zu 80 kg Gewicht pro Stunde bei einer Reichweite von bis zu 180 Metern möglich.

Bis heute sind einige dieser altertümlichen Schleuderwaffen erhalten bzw. gut restauriert worden und insbesondere in den Burgen und Schlössern rund um Frankreich zu bestaunen.

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